Solidaritätskomitee Mexiko Salzburg - Würde durch Freiheit und Gerechtigkeit

Announcement: Petition für die Verschwundenen Ricardo Lagunas und Antonio Díaz

Verschwundene Menschenrechtsverteidiger

 

Mexiko / Jänner 2023:
Ricardo Arturo Lagunes Gasca (Menschrechtsanwalt) und Antonio Díaz Valencia (Aktivist und Professor) sind seit Sonntag (15.1.2023) verschwunden.

Ricardo Lagunes ist seit 15 Jahren als Menschenrechtsanwalt tätig und unterstützt rechtlich z.B. die Proteste gegen den Bau des Flughafens von Atenco. Aktuell ist er aktiv für die Gemeinde Aquila in Michoacán in ihrem Kampf gegen die negativen Folgen einer Mine und Gruppen der organisierten Kriminalität.

Antonio Díaz Valencia ist Professor und Sprecher der Nahua-Gemeinde in Aquila. Er ist Menschenrechtsaktivist und bereits seit der Entstehung der Mine (1998) in Opposition zum Bergbaukonzern Ternium.

In Mexiko ist es leider alles andere als selten, dass Menschenrechtsaktivist*innen verschwinden. Verbindungen zwischen staatlichen Strukturen, bewaffneten Mafia-Gruppen, sind bekannt. Der Bergbau gilt als sehr anfällige Branche für das organisierte Verbrechen.

Die beiden waren am 15.1.2023 erst bei einer Versammlung in Aquila (Michoacán) und anschließend gemeinsam auf dem Weg Richtung Colima. Zuletzt hörte man von ihnen um 18.50 Uhr auf der Brücke Coahuayana in Michoacán. Das Auto mit dem sie unterwegs waren, wurde mit Schuss-Spuren gefunden. Allerdings fand man weder Blut- noch Hinweise auf den Verbleib der beiden.

Wir fürchten daher um ihr Leben, aber hoffen weiterhin.

Angehörige fordern, dass (neben lokalen) auch die mexikanischen Bundesbehörden aktiv werden, was die Regierung derzeit verweigert und für die sichere Heimkehr von Ricardo Lagunes und Antonio Díaz sorgen.

Bitte unterschreibt diese Petition, mit der oben genannten Forderung:

Demandamos presentación con vida de Ricardo Arturo Lagunes Gasca y Antonio Díaz Valencia

Mehr Infos auf Deutsch auf amerika21.de: Attacken gegen organisierte Nahua-Gemeinden in Michoacán

Announcement: Unser lieber Freund und Mitbegründer des Solidaritätskomitees Mexiko Salzburg ist gestorben.

Wir bedanken uns für eine besondere gemeinsame Zeit.
Nachruf des Solidaritätskomitees Mexiko Salzburg
Obituario del Comité de Solidaridad México Salzburgo
Unsere letzte Radiosendung mit Ricardo

Nachruf von Erich Hackl, erschienen in der „Jungen Welt“:

Der Unersetzliche

Zum Tod des austro-mexikanischen Arztes und Menschenrechtsaktivisten Ricardo Loewe (1941-2022)

Erich Hackl

Unter den zahllosen Brecht-Zitaten ist eines, das der kubanische Liedermacher Silvio Rodríguez in ganz Lateinamerika populär gemacht hat. Es würdigt Menschen, die gegen das Unrecht kämpfen – einen Tag, ein Jahr, viele Jahre. Das seien die Guten, die Besseren, die sehr Guten. »Aber es gibt Menschen, die kämpfen ihr Leben lang: / Das sind die Unersetzlichen.«

Ricardo Loewe, der am 9. November in Wien verstorben ist, war einer dieser Unersetzlichen, und deshalb trauern nicht nur seine Frau Franziska und sein Sohn Andrés um ihn, sondern auch seine vielen »Haberer« (ein Austriazismus für Freunde, Kumpel, Komplizen, den er gern in seine Reden einflocht). In Mexiko, wo er 1941 geboren ist und den größten Teil seines Lebens verbracht hat, ebenso wie in Österreich, das ihm dank seiner Frau zur späten Wahlheimat wurde, auch wenn er bis zum Ausbruch seiner tödlichen Krankheit zwischen beiden Ländern pendelte. Aus Wien stammte Ricardos Mutter Liesl Deutsch, der 1939 die Flucht nach Mexiko gelang, aus Frankfurt am Main sein Vater Paul Loewe, der schon fünf Jahre zuvor dem Naziterror entkommen war. Obwohl das Trauma der erlittenen Verfolgung in der Familie spürbar war, erfuhr Ricardo erst mit 16 von seiner jüdischen Herkunft. Er verdrängte sie nicht, sah aber keinen Anlass, sich deshalb religiös oder national zu positionieren. Hingegen erkannte er, dass in Mexiko nicht die Flüchtlinge aus Europa diskriminiert wurden, sondern die indigenen Völker. »Wir duften uns in Gruppen zusammenschließen, unsere Sprache sprechen und unseren Glauben bekennen. Ein Privileg, das der Urbevölkerung nicht zustand und auch heute noch nicht zusteht.«

Den ganzen Beitrag lesen

Announcement: Nächster Termin Seminar Menschenrechtsbeobachtung in Chiapas

Fr., 27.  Mai bis So.. 29. Mai 2022 findet das nächste Vorbereitungsseminar zur Menschenrechtsbeobachtung in Chiapas / Mexiko statt!

Mehr Informationen hier

 

Announcement: Zapatistische Delegationen in Salzburg!

Wir möchten euch herzlich einladen zu einer
Veranstaltung mit zwei zapatistischen Delegationen der „Reise für das Leben“
zum Anlass 500 Jahre der Eroberung von Tenochtitlán – heute Mexiko Stadt

am Donnerstag, 7.10.2021 um 19:00 Uhr
im Parkhotel Brunauer, Kapuzinersaal, Elisabethstraße 45A, 5020 Salzburg

Wir stellen unseren Gästen die Frage, wie sie Demokratie in ihren autonomen Gebieten gestalten und aufbauen, und was sie unter Demokratie verstehen.
Wir freuen uns, wenn es im Anschluss zu einem Austausch über die unterschiedlichen Vorstellungen und Praktiken von Demokratie und Demokratieverständnis in Österreich und Mexiko/Chiapas kommt.

Weitere Informationen zur „Reise für das Leben“ zapalotta – ¡Zapatistas a Austria! Zapatistas to Austria! Zapatistas nach Österreich!

Die Veranstaltung wird Spanisch/Deutsch übersetzt – Bitte 3G-Regel beachten und Nachweis mitnehmen (Testung vor Ort möglich)

Veranstalter_innen: Verein INTERSOL, Solidaritätskomitee Mexiko Salzburg
Mit freundlicher Unterstützung der AK Salzburg

Announcement: 8. Juni – 19:00 – 21:00 Ya Basta!

Die Bewegung der Zapatistas und ihre Reise nach Europa

Vortrag im Rahmen der Vorlesung Dekolonialistische Theorie aus Lateinamerika am Institut für Kunst und Kulturwissenschaften mit Dorit Siemers (Aroma Zapatista) und Luz Kerkeling (Gruppe B.A.S.T.A.)

Zoom. https://akbild-ac-at.zoom.us/j/99309376202

 

Nächste Einträge →